Freitag, 14. August 2009
Preludium
i.a.grafix, 10:45h
"Vampire. Werwölfe, Untote. Das alles ist Aberglaube. Denken sie! Doch all das weilt direkt unter uns, sucht uns heim in der finsteren Nacht, erschreckt nicht nur Kinder. Viele Massenmorde sind auf Vampirismus hinzuführen. Sie denken ich sei verwirrt, doch dies hier ist nicht Planetopia, wenn wir nicht über wahre Gegebenheiten berichten würden. Sie existieren und unser Bericht wird Ihnen die Augen öffnen."
Als der Moderator der Sendung seine Einleitung beendet hatte, wurde der Bildschirm dunkel, eigentlich typisch für eine Blende zu dem Videoartikel, der gleich darauf folgen würde. Allerdings blieb der Bildschirm dunkel. Selbst nach zehn Minuten hatte sich nichts verändert.
Seufzend drückte Maria den Powerknopf und liess den Fernseher für immer dunkel werden. Sie hatte sich so sehr auf den Bericht gefreut, schon seit letzter Woche, als die Vorschau gekommen war. Sie interessierte sich für allen möglichen mystischen Kram, unter Freunden war sie als "die Spirituelle" bekannt, dabei hasste sie solchen Esoterikmist. Sie liebte Mysterie mit guter Story, geschichtliche Ereignisse, die ungeklärt waren oder auf fremdartige Wesen hindeuteten und sie liebte es, diese Wesen auch zu zeichnen. Als Künstlerin hatte sie selbst schon die eine oder andere Ausstellung gehabt, in der Gothicszene war sie bekannt und sehr beliebt. Die meisten Aufträge kamen von dort, aber auch Verlage machten sich ihren Hang zum Andersartigen zu Nutze und so zierten ihre Illustrationen und Fotomanipulationen viele der grossen Mystery-Romane. Sie war stolz drauf.
Nur schade, dass der doch so tolle Tag mit einer solchen Pleite enden musste. Ob die in dem Studio technische Probleme hatten? War das eigentlich eine Livesendung gewesen? Sendeten die nicht normalerweise Aufnahmen? Wie also konnte das so gravierende Folgen haben?
Sie zuckte mit den Schultern, griff sich aus dem Bücherregal ein englisches Buch ihrer Lieblingsautorin, für dessen deutsche Übersetzung sie selbst Illustrationen anfertigte und begann den Titel zu lesen. "Ashes of Midnight", das sechste Buch einer Buchreihe, die von Vampiren handelte, die anders als im allgemeinen Glauben mal nicht untot waren, sondern von der Vermischung einer ausserirdischen Spezies mit Menschen abstammten. Diese Vampire lebten wie du und ich, lediglich das Sonnenlicht und Enthauptung, sowie permanenter Blutmangel konnte sie töten, oder aber lebensgefährliche Wunden, die sie nicht mehr rechtzeitig heilen konnten. Sie waren nicht diese Überwesen, sie hatten sehr viel Menschliches an sich und deswegen war sie so fasziniert von deren Geschichten. Die Erotik, die darin auch sehr reichhaltig enthalten war, ignorierte sie meist, amüsierte sie eher. Sie interessierte sich für den roten Faden, der durch die Buchreihe zog, wie ein Wurm des Abyss. Ein wahnsinnig spannender Faden, der sie dazu veranlasst hatte, immer so zeitig wie möglich die neuesten Bände im englischen Original zu kaufen. Der Vorteil für den Verlag war natürlich, dass sie schon vor Auftragsbeginn die Story kannte. November sollte der neue deutsche Band herauskommen, das englische Buch hatte sie gestern erhalten und es war Juli. In weniger als einer Woche würde sie es durch haben und heute sollte der Startschuss fallen.
Sie schmiss sich aufs Sofa, schlug die erste Seite auf und war dann in dem Werk versunken, verfolgte die Geschichte über Andreas Reichen in Deutschland.
Die Hölle war ausgebrochen, überall Blut, Verwüstung, Tod.
"Was bitte ist denn hier los gewesen?" Michael Walker stieg gerade über einen heruntergefallenen Scheinwerfer. Das Chaos in diesem Studio war gross und so etwas hatte er in seinen bisherigen Dienstjahren noch nicht erlebt. Einzelne Körperteile der Moderation, einer Vertretung des Standardmoderators, aber auch der Tontechnik und des Kameramannes lagen herum. Eingeweide waren aus den Körpern gerissen worden, überall waren Blutlachen und zerstörte Gegenstände. Spuren waren überall, nur wirklich brauchbar waren sie nicht.
"Welches Monster hat dies verursacht?" Er war fassungslos und sah sich fragend nach jemandem um, der vielleicht ein Zeuge hätte sein können. Doch scheinbar waren die einzigen Zeugen diese, von denen nur noch Einzelteile hier herum lagen.
An ihn trat ein hoch gewachsener, aber schmächtiger Typ heran, der eine Brille mit kleinen, runden Gläsern trug, die rötlich getönt waren.
"Herr Walker?" Seine ruhige Stimme erfüllte den Raum und lies Michael für eine Weile denken, dass nur er und der fremde Mann im Raum waren. "Ja?"
"Herr Walker, wir haben die Beweisaufnahme abgeschlossen. Die Leichen, oder das, was von ihnen übrig ist, werden in die Leichenhalle gebracht, zur Obduktion. Zeugen gab es leider keine und mir ist es ein Rätsel, wie dies geschehen konnte, geschweige denn, was hier vorgefallen ist."
Michael nickte, sah sein gegenüber aber verwundert an. "Kenne ich sie?"
Der Fremde nickte. "Sollten sie. Ich arbeite schon länger für die Polizei als Tatortermittler und Spurenanalyst. Bisher aber mit anderen Teams. Wir sollten uns aber hin und wieder begegnet sein."
Er überlegte. Ja, den Typen hatte er schon einmal gesehen und das war auf dem Polizeirevier. Er hatte mit dem Chef gesprochen.
"Ah, ja. Ich erinnere mich. Wie lautet ihr Name?"
"Samuel"
Michael zog eine Braue fragend hoch. "Samuel? Ist das ihr Vor- oder ihr Nachname?"
"Einfach nur Samuel."
Als der Moderator der Sendung seine Einleitung beendet hatte, wurde der Bildschirm dunkel, eigentlich typisch für eine Blende zu dem Videoartikel, der gleich darauf folgen würde. Allerdings blieb der Bildschirm dunkel. Selbst nach zehn Minuten hatte sich nichts verändert.
Seufzend drückte Maria den Powerknopf und liess den Fernseher für immer dunkel werden. Sie hatte sich so sehr auf den Bericht gefreut, schon seit letzter Woche, als die Vorschau gekommen war. Sie interessierte sich für allen möglichen mystischen Kram, unter Freunden war sie als "die Spirituelle" bekannt, dabei hasste sie solchen Esoterikmist. Sie liebte Mysterie mit guter Story, geschichtliche Ereignisse, die ungeklärt waren oder auf fremdartige Wesen hindeuteten und sie liebte es, diese Wesen auch zu zeichnen. Als Künstlerin hatte sie selbst schon die eine oder andere Ausstellung gehabt, in der Gothicszene war sie bekannt und sehr beliebt. Die meisten Aufträge kamen von dort, aber auch Verlage machten sich ihren Hang zum Andersartigen zu Nutze und so zierten ihre Illustrationen und Fotomanipulationen viele der grossen Mystery-Romane. Sie war stolz drauf.
Nur schade, dass der doch so tolle Tag mit einer solchen Pleite enden musste. Ob die in dem Studio technische Probleme hatten? War das eigentlich eine Livesendung gewesen? Sendeten die nicht normalerweise Aufnahmen? Wie also konnte das so gravierende Folgen haben?
Sie zuckte mit den Schultern, griff sich aus dem Bücherregal ein englisches Buch ihrer Lieblingsautorin, für dessen deutsche Übersetzung sie selbst Illustrationen anfertigte und begann den Titel zu lesen. "Ashes of Midnight", das sechste Buch einer Buchreihe, die von Vampiren handelte, die anders als im allgemeinen Glauben mal nicht untot waren, sondern von der Vermischung einer ausserirdischen Spezies mit Menschen abstammten. Diese Vampire lebten wie du und ich, lediglich das Sonnenlicht und Enthauptung, sowie permanenter Blutmangel konnte sie töten, oder aber lebensgefährliche Wunden, die sie nicht mehr rechtzeitig heilen konnten. Sie waren nicht diese Überwesen, sie hatten sehr viel Menschliches an sich und deswegen war sie so fasziniert von deren Geschichten. Die Erotik, die darin auch sehr reichhaltig enthalten war, ignorierte sie meist, amüsierte sie eher. Sie interessierte sich für den roten Faden, der durch die Buchreihe zog, wie ein Wurm des Abyss. Ein wahnsinnig spannender Faden, der sie dazu veranlasst hatte, immer so zeitig wie möglich die neuesten Bände im englischen Original zu kaufen. Der Vorteil für den Verlag war natürlich, dass sie schon vor Auftragsbeginn die Story kannte. November sollte der neue deutsche Band herauskommen, das englische Buch hatte sie gestern erhalten und es war Juli. In weniger als einer Woche würde sie es durch haben und heute sollte der Startschuss fallen.
Sie schmiss sich aufs Sofa, schlug die erste Seite auf und war dann in dem Werk versunken, verfolgte die Geschichte über Andreas Reichen in Deutschland.
Die Hölle war ausgebrochen, überall Blut, Verwüstung, Tod.
"Was bitte ist denn hier los gewesen?" Michael Walker stieg gerade über einen heruntergefallenen Scheinwerfer. Das Chaos in diesem Studio war gross und so etwas hatte er in seinen bisherigen Dienstjahren noch nicht erlebt. Einzelne Körperteile der Moderation, einer Vertretung des Standardmoderators, aber auch der Tontechnik und des Kameramannes lagen herum. Eingeweide waren aus den Körpern gerissen worden, überall waren Blutlachen und zerstörte Gegenstände. Spuren waren überall, nur wirklich brauchbar waren sie nicht.
"Welches Monster hat dies verursacht?" Er war fassungslos und sah sich fragend nach jemandem um, der vielleicht ein Zeuge hätte sein können. Doch scheinbar waren die einzigen Zeugen diese, von denen nur noch Einzelteile hier herum lagen.
An ihn trat ein hoch gewachsener, aber schmächtiger Typ heran, der eine Brille mit kleinen, runden Gläsern trug, die rötlich getönt waren.
"Herr Walker?" Seine ruhige Stimme erfüllte den Raum und lies Michael für eine Weile denken, dass nur er und der fremde Mann im Raum waren. "Ja?"
"Herr Walker, wir haben die Beweisaufnahme abgeschlossen. Die Leichen, oder das, was von ihnen übrig ist, werden in die Leichenhalle gebracht, zur Obduktion. Zeugen gab es leider keine und mir ist es ein Rätsel, wie dies geschehen konnte, geschweige denn, was hier vorgefallen ist."
Michael nickte, sah sein gegenüber aber verwundert an. "Kenne ich sie?"
Der Fremde nickte. "Sollten sie. Ich arbeite schon länger für die Polizei als Tatortermittler und Spurenanalyst. Bisher aber mit anderen Teams. Wir sollten uns aber hin und wieder begegnet sein."
Er überlegte. Ja, den Typen hatte er schon einmal gesehen und das war auf dem Polizeirevier. Er hatte mit dem Chef gesprochen.
"Ah, ja. Ich erinnere mich. Wie lautet ihr Name?"
"Samuel"
Michael zog eine Braue fragend hoch. "Samuel? Ist das ihr Vor- oder ihr Nachname?"
"Einfach nur Samuel."
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